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WIR in ITZSTEDT - 2018.

Der Itzstedter See :

Zur Lage des Itzstedter Sees

11.10.16

Schreiben vom 7.10.2016  an Landrat/Kreis/LLUR (Land SH)/und Stiftung NS)

Sehr geehrte Damen und Herren,

sicherlich ist Ihnen aus der umfangreichen Berichterstattung bekannt, dass die Eigentümerin den Itzstdter See mit den anliegenden Wald- und Wiesengrundstücken und ihrer Immobilie über eine Makler zum Verkauf anbietet (s.u.) Vorab weise ich darauf hin, dass die Preisvorstellung m.E. weit überzogen ist und von einem Sachverständigen geprüft werden sollte.

Mit fachlicher und finanzieller Unterstützung des LLUR, des Kreises, der Aktivregion Alsterland und des "Ländlichen Zentralortes Nahe-Itzstedt"  konnte das Amt  in den vergangenen Jahren  einige Maßnahmen zur Verbesserung und Sicherung des ökologischen und des freizeitlichen Wertes des Sees durchführen. Für die erforderliche Zustimmung der Seeeigentümerin war hierzu ein erheblicher Zeit- und Überzeugungsaufwand erforderlich.

 Als FFH-Gebiet ist  der See bereits jetzt vor jeglicher ökologischer Verschlechterung geschützt. Einige mit der UNB erörterte weitergehende Nachhaltigkeitsmaßnahmen konnten wegen  der fehlenden Zustimmung der Seeeigentümerin bisher nicht  durchgeführt werden. Die Durchführung dieser und weiterer Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung des ökologischen und freizeitlichen Wertes des Sees sind wohl nur möglich oder zumindest einfacher, wenn der See im öffentlichen Eigentum ist.

Zur möglichen weiteren Beratung - ob ein Kauf durch die Seeanliegergemeinden/alle Gemeinden des Amtes Itzstedt/das Amt Itzstedt oder andere Körperschaften sinnvoll und möglich ist, bitte ich um Prüfung, ob eine Finanzierung, eine finanzielle Unterstützung oder alternativ auch ein Kauf  durch den Kreis, das Land oder die Stiftung Naturschutz möglich ist.

Da sich die Gemeinde wegen der Außenlage des Sees wohl kein Vorkaufsrecht sichern kann, bitte ich auch um Prüfung, ob wegen der besonderen überörtlichen Bedeutung des Sees  ein Vorkaufsrecht für andere Körperschaften möglich ist.

Für eine kurzfristige Antwort oder eine unverbindliche Einschätzung vor der nächsten Ausschusssitzung, die ich für Ende Oktober Anfang November plane, wäre ich sehr dankbar.

 

 

Mit freundlichem Gruß---------------Helmut Thran 
Umweltausschuss und Ausschuss für die Schwimm- und Badestätte am Itzstedter See des Amtsausschusses des Amts Itzstedt  

(1,4Mio.+NK für ca. 10 ha. Seeanteil und Bungalow mit ca. 5 ha Haus-,Wald-und Wiesengrundstücken)

 

Phosphatfällung im Itzstedter See durchgeführt

Umwelt- und Badestättenausschuss 23845 Itzstedt, d. 08.03.2015

des Amtes Itzstedt

Helmut Thran, Boddermelkstraat 3, 23845 Itzstedt, ----- 04535/598868, ----- thran.itzstedt@t-online.de

 

Bericht zur Ausschusssitzung am 8.4.2015:

 

 

 

Phosphatfällung im Itzstedter See durchgeführt

 

Obwohl die Badewasserqualität nie bezweifelt wurde, ließ das Amt Itzstedt nach einem größeren Fischsterben im Juni 2010 ein „Gutachten zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Sicherung des ökologischen und des Freizeitwertes des Itzstdter Sees“ von einem Fachinstitut für Gewässerschutz erstellen. Nach 1-jähriger Prüfung und Auswertung aller Parameter und Vorlagen stellten die Gutachter im See einen erhöhten Nährstoff-/Phosphorgehalt fest und stuften ihn als „eutrophes Gewässer“ ein. Nährstoffe fördern Algen- und Pflanzenwachstum, was im Wasser zu höherem Sauerstoff-verbrauch und zum Fischsterben führen kann. (Phosphor stammt zu ca. 38% durch Eintrag im Einzugsgebiet und Viehhaltung, zu ca. 33% durch Niederschläge auf dem See und zu ca. 29 % durch den Badebetrieb (Details s.u.*))

 

Die Nährstoffeinträge durch Niederschläge können (von uns) nicht reduziert werden.

 

Um die Einträge im Einzugsgebiet zu reduzieren wird eine extensive Mähnutzung der Grünflächen und die Anlage von Schutzstreifen auf den Ackerflächen an der Südseite des Sees empfohlen. Ein starker Schilfgürtel soll die Nährstoffeinträge abfangen und dem See weitere Nährstoffe entziehen. Flankierend sind auch „wilde“ Badestellen zu unterbinden, die den Schilfgürtel zerstören und wegen fehlender Sanitäranlagen zu übermäßigem Nähr- und Schadstoffeintrag führen.

 

Zur Reduzierung des Phosphateintrages durch den Badebetrieb wurden - wie vom Gutachter empfohlen - die Sanitäranlagen optimiert, Badegäste durch Aufklärung zur Nutzung der Sanitäranlagen angeregt und eine zusätzliche Stranddusche installiert. Nach diversen Gesprächen mit der Seeeigentümerin, der Kreisnaturschutzbehörde und dem zuständigen Landesamt (LLUR) wurde Anfang 2014 ein umfangreicher Gehölzrückschnitt am Südufer durchgeführt. Der deutlich gestärkte Schilfbestand bestätigt den Erfolg der Maßnahme. Die empfohlene Phosphatfällung durch Bentophos war mit ca. 30.000,-€ die teuerste Maßnahme. Zunächst wurde die Bezuschussung beim Beirat und Vorstand der Aktivregion Alsterland und die Zustimmung der Seeeigentümerin erreicht. Da der See FFH-Gebiet ist, mussten weitere Genehmigungen des LLUR und der UNB eingeholt und wegen der damit verbundenen Verzögerung die Förderperiode 2 mal verlängert werden.

 

Um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten, forderten Gutachter, UNB und LLUR

  • die Zahl der Badegäste zu begrenzen,

  • einen Schutzstreifens an der Südseite des Sees einzurichten,

  • „wilde Badestellen“ zu sperren (Schilfschutz und erhöhter Nähr- und Schadstoff-eintrag wegen dort fehlender Sanitäranlagen) und

  • eine ökologisch angepasste Befischung.

 

Nach einvernehmlicher Begrenzung der Zahl der Badegäste auf 30.000 p.A. im Zehnjahresdurchschnitt wurde die Phosphatfällung noch kurz vor dem Ende der Förderperiode genehmigt und Anfang Februar vom Institut Dr. Nowak durchgeführt. Hierzu wurden von einem Ponton über eine Streueinrichtung insgesamt 6 t Bentophos (patentiertes und mit Lanthan angereichertes Tonmineral) in den See eingebracht. Das Verfahren wurde schon in mehreren Seen erfolgreich angewandt (u.a. Behlendorfer See bei Ratzeburg, Blankensee bei Lübeck und einige Seen in anderen Bundesländern).

 

Obwohl der Schutzstreifen durch ökologische Maßnahmen von ursprünglich ca. 30 m auf jetzt 6 -7 m des Ackerstreifens reduziert wurde, konnte bisher trotz mehrerer Gespräche keine Einigung erzielt werden. Hierzu, zur Beendigung der „wilden Badestellen“ und zur Optimierung der Befischung sind noch weitere Gespräche mit den Eigentümern/innen des Sees und der anliegenden Grundstücke zu führen.

 

 

 

* Zum Phospor-/Nährstoffeintrag durch den Badebetrieb:

Die o.a. Nährstoffmengen entstammen dem „Seenkurzprogramm 1995“ des LANU SH, die in den neueren Gutachten voll übernommen wurden. Basis waren wissenschaftlich anerkannte Durchschnittswerte von 0,094 g Phosphor und 3,115 g Stickstoff je Badegast bei durchschnittlich 37.000 Badegästen pro Jahr.

 

Im Seenkurzprogramm 1995 wurden somit bei 37.000 Badegästen jährlich 3,5 kg Phosphor und 115 kg Stickstoffeintrag durch den Badebetrieb jährlich berechnet.

 

Nach einvernehmliche Begrenzung der Badegäste auf 30.000 im Zehnjahresdurchschnitt reduzierten sich die Einträge um 19 % auf 2,82 kg Phosphor und 93,45 kg Stickstoff.

 

Da in den letzten 10 Jahren im Durchschnitt „nur“ 26.788 Badegäste registriert wurden, reduzierten sich die Einträge um 28 % auf 2,52 kg kg Phosphor und 83,44 kg Stickstoff.

 

 

Helmut Thran, Ausschussvorsitzender, 08.03.2015
 

 


Balken bei sonnigen Bedingungen

 

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